25.06.2019

„Wie geht es unseren Fischen und Gewässern?“

Wasser ist für den Menschen gleichzeitig Lebensgrundlage und Konfliktstoff. Die vielfältigen Nutzungen der Gewässer von der Trinkwasserversorgung bis zur Energiegewinnung und der Freizeitnutzung müssen dabei mit dem Schutz der Gewässer und der darin lebenden Arten in Einklang gebracht werden.

Prof. Dr. Jürgen Geist, TUM-Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie (Bild: Andreas Heddergott/ TU München)

Fische, Muscheln und Insektenlarven sind als Indikatoren für den Zustand von Gewässern besonders geeignet. Durch ihre verborgene Lebensweise unter Wasser sind viele dieser Arten trotz ihrer Gefährdung allerdings weniger im öffentlichen Bewusstsein verankert als ihre landlebenden Verwandten. Im Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Geist vom Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie steht daher zunächst die Bestandsaufnahme auf dem Programm, wie es um ehemals in Bayern häufige und kuriose Arten wie den mit dem Darm atmenden „Furzfisch“, die Nase oder die Flussperlmuschel bestellt ist, welche Anpassungen sie an ihre speziellen Lebensräume entwickelt haben und welche Arten zu den Gewinnern und Verlierern des globalen Wandels gehören. In diesem Zusammenhang werden anhand aktueller Beispiele aus der Forschung des Lehrstuhls die wichtigsten Gefährdungsfaktoren für Gewässer sowie neue Ansätze im Gewässer- und Artenschutz diskutiert.


Vortragstermin:
Donnerstag, 18.07.2019, 19.00 Uhr
im Lindenkeller Freising (Veitsmüllerweg 2)


Über den Referenten:

Prof. Dr. Jürgen Geist (*1977) studierte an der TU München Agrarbiologie und promovierte in einem europäischen Forschungsprojekt zur Genetik und Ökologie der Flussperlmuschel. Nach seiner Post-Doc-Zeit im Bereich der Aquatischen Ökotoxikologie an der University of California in den USA und seiner Habilitation mit venia legendi in Aquatischer Ökologie wurde er 2008 zum Juniorprofessor ernannt und 2010 zum Ordinarius auf den neu geschaffenen Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie der TU München berufen, der mit seinen drei Standorten (Fisch- und Fließgewässerökologie Freising, Aquatische Ökotoxikologie Freising und Limnologische Station Iffeldorf) ein breites Spektrum der Gewässerforschung abdeckt. Im Fokus der Forschung stehen die Einflüsse von multiplen Stressoren auf die Funktionalität von Gewässerökosystemen. Zur Beantwortung dieser Fragen werden molekulare Methoden der Genetik und Isotopenanalyse mit klassischen Methoden der Ökologie, Limnologie, Ökotoxikologie und Biologie aquatischer Organismen verknüpft.